Et Klösterke

ein geschichtlicher Rückblick zusammengefasst von Pastor Peter Johann

 

Et KlösterkeEt Klösterke sagten die Leute in Dornbusch. Der offizielle Titel war “St. Josefheim”. Der Grundstock für diese Informationen lieferten die Schwestern von der christlichen Liebe in Paderborn, die sie mir 1989 zukommen ließen.
Pfarrer Barion wünschte und plante schon seit langer Zeit eine Schwesternstation für seine Gemeinde Dornbusch.
1929 1929 nahm er Kontakt auf mit dem Mutterhaus der Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe in Paderborn und bat um Schwestern.
Laut Vertrag vom 01.08.1929 wurden ihm 4 Schwestern für Mai 1930 zugesagt.
1930 Bereits am 08.09.1929 fand die Grundsteinlegung des Neubaues eines Schwesternheimes statt und am 19.03.1930 wurde das Haus schon eingeweiht.
Das Heim wurde unter den besonderen Schutz des hl. Josef gestellt und daher “St. Josefsheim” benannt. Seit dem 02.07.1930 wurde das Allerheiligste in der kleinen Hauskapelle aufbewahrt.
1930-1965 Am 22.05.1930 kommen die ersten 4 Schwestern in Dornbusch an. Sie leiteten das St. Josefsheim vom 22.5.1930 bis 30.09.1965.
In dieser Zeit führten die Schwestern eine ambulante Krankenpflege und Nachtwachen in Dornbusch und den dazugehörenden kleinen Ortschaften durch. Ein besonderes Anliegen war den Schwestern stets die Betreuung und Begleitung der Sterbenden – Euthanasie im christlichen Sinne.
Das Haus selbst wurde in dieser Zeit als kleines Altenheim geführt.
1930 Im Oktober 1930 wird die erste Frau als Dauergast aufgenommen und damit der “Grundstein” für ein kleines Altenheim gelegt, das sich in der Folgezeit durch weitere Aufnahmen bis auf 12 Altenheimplätze erweiterte.
1931-1950 Von 1931 bis 1950 wird das Haus zusätzlich auch als kleines Erholungsheim genutzt. Das heißt: Nicht belegte Altenheimplätze und einige andere Zimmer des Hau-ses wurden für Ferien- und Erholungsplätze zur Verfügung gestellt.
1931-1938 Von 1931 bis 1938 wurden auch organisierte Müttererholungen durchgeführt, so dass das St. Josefsheim schon bald ein beliebtes Erholungsheim war.
1939-1945 Während der Kriegsjahre 1939-1945 und in den ersten Nachkriegsjahren bot die Belegschaft des Hauses oft ein anderes Bild:
In diesen leidvollen Jahren stand das Haus offen für jede Not. Die Schwestern suchten zu helfen, wo immer sie konnten. Sie sorgten für die bei ihnen ein-quartierten Soldaten, nahmen Flüchtlinge, Bombengeschädigte, Obdachlose etc. auf. Kein Stübchen, und mochte es noch so klein sein, blieb unbelegt. Die Schwestern wussten zu trösten und aufzurichten, wenn Familien mit Todesnachrichten aus dem Felde zu ihnen kamen in ihrem großen Leid. Auch materielle Not suchten sie zu lindern.
1942 Am 10./11. September 1942 erlitt das St. Josefsheim erste Bombenschäden: 3 große Bombentrichter vor dem Hause, das Dach von Bomben durchlöchert, viele Fensterscheiben in Scherben. Da etliche der auf Haus und Gelände abgeworfenen Brandbomben nicht gezündet hatten, blieb das Haus vor größeren Schäden bewahrt.
1944/45 1944/45 hinterließ ein verwundeter Soldat, der auf dem Wege ins Lazarett Mühlhausen war, die Nachricht, dass in wenigen Stunden der Amerikaner einmarschieren werde. Schon knatterten in nächster Nähe Maschinengewehre. Alle Bewohner des St. Josefsheims flüchteten in den Keller.
1930-1963 Von 1930 bis 1963 wurde eine Handarbeits- bzw. Nähschule (mit einigen Unterbrechungen) geführt.
Viele Dornbuscher erinnern sich auch heute noch gerne an diese Zeit. Diese Schule war bis auf die Sommermonaten, der Zeit der Feldarbeiten, gut be-sucht. In der Kriegszeit musste der Unterricht zwar des öfteren ausfallen, weil – wie eben erwähnt – die Handarbeitsräume durch Soldaten, Obdachlose, Flüchtlinge etc. belegt waren.
Sehr beliebt und gern in Anspruch genommen wurden auch die gelegentlich von den Schwestern angebotenen Nähabende.
1930-1961 Von 1930 bis 1961 wurde eine hauswirtschaftliche Unterweisung für junge Mädchen angeboten. In den ersten Jahren wurden Kochkurse durchgeführt, später Lehrköchinnen und Haushalts-Anlernlinge (so hieß das damals) unterwiesen.
Berufstätige Mädchen machten gern Gebrauch von dem Sonntagsdienst in der Küche des St. Josefsheims, mit dem die Küchenschwester guten Kochunterricht zu verbinden wusste.
1934-1961 Von 1934 bis 1961 beteiligten sich die Schwestern auch an der Arbeit in Or-ganisationen der kath. Frauenjugend.
1934-1954 Von 1934 bis 1959 wurden sie auch in der “Jungfrauenkongregation” tätig.
1953-1961 In den Jahren 1953 bis 1961 auch in den Frohschar-Gruppen. Die Schwestern überließen Räume und richteten sie auch entsprechend her, um Exerzitien und Einkehrtage und Ähnliches für Männer, Frauen und Jugend-liche zu ermöglichen.
Auch Diaspora – Kommunionkinder, die im Dorf wohnten (einige wohnten im St. Josefsheim), wurden betreut und auf die erste hl. Kommunion vorbereitet.
Selbst beim Einsatz bei der Flüchtlings- und Ostzonenhilfe konnte man die Schwestern antreffen – kurz: überall, wo Armut und Not auftauchten, waren auch die Schwestern anwesend und suchten, tatkräftig zu helfen.
1964/65 In Anrath wurde 1964/65 ein neues Altenheim mit 44 Heimplätzen gebaut. Es war geplant, die Bewohner des Anrather Wohlfahrtshauses mit den sie betreuenden 3 Schwestern der christlichen Liebe in dieses neue Haus zu verlegen.
Doch die weit größere Aufgabe in dem neuen Altenheim war den 3 Schwestern nicht zumutbar. Daher schlug die Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe vor, die Altenheimbewohner von Dornbusch im neuen Altenheim in Anrath mit aufzunehmen und die Schwestern-Niederlassung in Dornbusch aufzulösen, um so den Schwesternkonvent in Anrath vergrößern zu können.
1965 Der Caritasdirektor in Aachen war mit dieser Zusammenlegung einverstanden. Der Schwestern-Gestellungsvertrag mit der Kirchengemeinde Dornbusch wurde zum 01.04.1965 gekündigt. Die Übersiedlung verzögerte sich jedoch um ein halbes Jahr, da das neue Altenheim in Anrath nicht eher bezugsfertig wurde.
Am 30. September 1965 nahmen die Schwestern Abschied von ihrer ihnen so lieb gewordenen Tätigkeit.Peter Johann

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